Sonntag, 11. Oktober 2020

Mikroorganismen im Bioland Acker

Schwerpunkt Pilze

Ökologisch bewirtschaftet
Impfung mit “Fermenten” und “Waldboden”
Analyse nach Francé

Mikroskopische Untersuchung nach 14 Tagen im Wasser aufgeschwemmt

Probe #1

Primär-Produzenten photosynthetische Algen, grün & blau
(1) Algen Kolonie von einigen einzelligen Blau-Algen, fädige Blau-Alge Oszillatoria

Destruenten
(2) Bakterien stäbchenförmig geknickt
(3) Pilze
Aktino-Bakterien (Aktino-Myceten/Strahlen-Pilze/fadenbildende Bakterien), arbeiten jetzt (Herbst/Winter) längerfristig am Ligninabbau
Hut-Pilze einige 
Schimmel-Pilze etliche
Hefen ?

Prädatoren
(4) Wimperntiere 1, Flagellaten einige
(5) Amöben 1
(6) Rädertiere ?
(7) Nematoden 1

Die Mikroorganismengruppen  2-7 sind nur in nur in großer Anzahl vorhanden, wenn sich viel organisches Material im Anfangsstadium des Abbaus befindet.

/Sonstiges/
Zysten, Eier, Vermehrungsformen, Sporen, Pollen, Koniden : von allem selten

Organisches : mineralisches Material ca. 5% : 95%, sehr sandig
Mineralische Partikel: wenige mineralische Partikel die untereinander leicht verbunden sind mit Aktino-Bakterien
Organische Flocken: Abgebautes/verbautes organisches Material, in denen Humusbildung stattfindet: 1-5% geschätzt

Probe #2

Pflanzenwurzeln: wenig vorhanden, wenig mit herauswachsendenen Pilzen (Aktino-Bakterien=Strahlen-Pilze) durchsetzt

Pilze: wenige Schlauch-/Schimmel-Pilze, noch weniger Hut-Pilze (Basido-Myceten)

Organische Flocken: meist kompakt, schwarz, undurchdringlich, 
kaum Pilze herauswachsend, 
Algen im Innern nicht feststellbar

Probe #3

Organische Flocken: schwärzer, nicht aufgelockert

Pilze: viel weniger als in Probe#1, Schlauchpilze mehrere, Hutpilze vereinzelt

Probe #4

Im Verhältnis zu den übrigen Bestandteilen der Erde besonders viel mineralisches Material

Pilze: viel an organischem Material (Wurzeln, Organische Flocken)

Hutpilze wenig, Schlauch-/Schimmel-Pilze viel


Interpretation

Kein wesentlicher Unterschied zwischen den 4 Bodenproben.
Alle 7 Edaphon-Mikroorganismengruppen sind anwesend.
Aaaber: quantitativ sind es jeweils nur einige wenige Exemplare.
Würde man 10x, 100x oder 1.000x mal mehr Proben von verschiedenen Stellen nehmen, würde man sicher mehr von allen 7 Gruppen des Edaphon finden.

-> Mögliche Erklärung:

Herbst-Minimum des Edaphon (Es gibt Herbst & Frühjahr Minimum und Winter & Sommer Maximum)
Geringe Feuchtigkeit / Trockenheit.
Geringer Anteil organischer Masse im Boden nach Ernte und Bodenbearbeitung.
Probeentnahme war in Abwesenheit bestehender lebendiger Rhizosphäre.

-> Sukzession der Mikroorganismenzusammensetzung und der Mikroorganismengruppen zueinander:

Boden ist in einem bestimmtem Stadium der Sukzession und Zusammensetzung/Verhältnis/Ausgleich der Mikroorganismengruppen.

Ein ausgeglichenes/optimales Verhältnis zwischen den Mikroorganismengruppen (Gesunder Boden) ist für jeden Boden, jede Pflanzengemeinschaft und jedes Klima anders.

Die überall vorgezeigten eingängigen Grafiken vom Verhältnis Bakterien zu Pilzen über die verschiedenen Stadien des Pflanzenbewuchses (nackter Fels bis Urwald) werden bevorzugt von Leuten zitiert, die nie mikroskopiert sondern nur kopiert haben.

Der Urheber dieser Grafiken und Zahlen wird nie genannt, ich kenne auch keine Referenz zu den empirischen Grundlagen und vor Ort erhobenen Daten.

Bei der Nennung der Pilze wird unterschlagen: welche Pilze sind gemeint?: Aktino-Bakterien (Strahlen-Pilze), Asco-Myceten (Schlauch/Schimmel-Pilze), Basido-Myceten (Hut-Pilze), Hefen, u.a.

Die unterschiedlichen Pilzgruppen kommen nur in bestimmten Böden/Situationen vor und haben ganz bestimmte Funktionen zu einer bestimmten Zeit in der Sukzession des Kreislaufs der fruchtbare Erde.

Eine wesentliche Veränderung des Pilzbestandes der untersuchten Acker-Böden erwarte ich nicht, er ist im wesentlichen schon angepaßt an die Bedürfnisse der (Kultur-)Pflanzen, die dort angebaut werden.

Eine quantitative Erhöhung kann - in gewissen Grenzen - durch Erhöhung des Anteils von organischem Material (speziell besonders Zellulose und Lignin enthaltend) erreicht werden; z.B. Kompost, Holziges, Erhöhung des “Wurzelumfangs” der Pflanzen usw.

Ausblick

Die vorhandenen Proben werden noch weitere 8 Wochen in den mit Wasser gefüllten Kulturgefäßen vorrätig gehalten, um die weitere Entwicklung, besonders der Mikroorganismen, besonders der langsam wachsenden Algen und der Lithobionten zu verfolgen.

Im Acker/Feld/Erde: Im Verlauf der weiteren Jahreszeit und zunehmender Feuchtigkeit sowie der Zufuhr von organischem Material und der Aussaat von neuen Pflanzen erhalten die 7 Organismengruppen neue Nährstoffe und vermehren sich entsprechend und werden zu Beginn des neuen Jahres wieder "voll" da sein.
Pilze sind immer da, sofern organisches Material vorhanden oder gelöste Mineralien, wachsen auch im Winter.


Bilder:

https://docs.google.com/presentation/d/13NcyogTHVKPBkwCsE6B_2ElyIbHBKs1bp1OJQMV7w9g/edit?usp=sharing

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Sonntag, 27. September 2020

Bacillus subtilis Inoculation

Einsatz von Bacillus subtilis und Lactobacillus-Stämmen zur Entwicklung und Gestaltung technischer Vegetationssysteme für die Gleisbett-Naturierung

Das ist mal eine der wenigen vernünftigen Arbeiten, die grundlegende Aspekte der Wachstumsbeziehungen zwischen Mikroorganismen, Pflanzen und Umwelt sowohl im Labor als auch im Freiland nüchtern betrachten.
Da können alle Impstoff-/Okulations-Propagandisten, Gläubiger, Fanatiker, "Alchemiker" und Esoteriker was lernen.


Use of Bacillus subtilis and Lactobacillus strains for the development and design of technical vegetation systems for track bed renaturation

This is one of the few sensible works that soberly looks at fundamental aspects of the growth relationships between microorganisms, plants and the environment both in the laboratory and in the field.
All okulation propagandists, believers, fanatics, "alchemists" and esotericists can learn something there.


Dunya, Sadif, Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät

Das Ziel der Arbeit war die Entwicklung einer Begrünungsmethode für Gleisbette mit schneller Vegetationsentwicklung. Zur Begrünung wurden Sedumpflanzen verwendet, die durch den Einsatz von Bacillus subtilis, Lactobacillus und Nährsubstrat (allein und kombiniert) in verschiedenen Vegetationssystemen auf dem nährstoffarmen Standort Gleisbett etabliert werden sollten. Die Aktivität der inokulierten Mikroorganismen wurde indirekt über den Einfluss auf die Vegetationsleistung ermittelt. Der Einsatz von B. subtilis und Lactobacillus bewirkte eine signifikante Wachstumsförderung der oberirdischen Pflanzenteile. Die Anwendung von Nährsubstrat als Bodenhilfsmittel war ebenfalls für das Pflanzenwachstum besonders wirksam, sowohl allein appliziert als auch in Kombination mit den Bakterien. Darüber hinaus führte die Applikation der Bakterien und des Nährsubstrates zu einem reduzierten Trockenstress auf Geotextilmatten. Die Wahl des Substrates war entscheidend für die Wirksamkeit der Bakterieninokulation. Jedoch hatten höhere Versuchstemperaturen und pH-Werte ebenfalls eine positive Wirkung auf das Pflanzenwachstum. Diese Einflüsse waren in Kombination mit Ziegelbruchsubstrat wesentlich stärker als mit den anderen getesteten Substrattypen. Das Ziegelbruchsubstrat kombiniert mit einer Bakterien- und Nährsubstratbehandlung bewährte sich als günstiges, umweltschonendes Begrünungsverfahren von Gleisbettanlagen.
 
The aim of the present study was to develop and improve existing methods for the remediation of rail tracks using soil borne bacteria. Through the use of Bacillus subtilis and Lactobacillus ssp. alone and in combination with a nutrient solution three different growth substrates were tested. The substrates were brick chips, textile mats, and mineral wool mats. Brick chips were tested along railway tracks in Munich but all three substrates were tested along an artificial rail track on the experimental station at the Humboldt University-Berlin. Plants selected for remediation belong to the genus Sedum, which is relatively tolerant to dry conditions. The use of Bacillus subtilis and Lactobacillus in combination with a nutrient solution improved plant growth significantly. Plants inoculated with bacteria showed increased growth during the first three months but after four months there was no longer any significant difference between treatments. The addition of nutrient solution alone improved plant growth. Plant growth was significantly different on all three substrates, whereas brick chips were the best substrate. The results of this study indicate that the quality of the substrate is the most important factor for remediation and greening of rail tracks. Both bacteria tested had only a limited effect. High temperature and pH resulted in larger Sedum plants in the open field. Brick chips are a cheap substrate which can be used for rail track greening. The rapid growth of plants can be influenced by the application of an additional nutrient solution as well as inoculation with Lactobacillus and/or B. subtilis.

2005-04-25 Dissertation DOI: 10.18452/15243


Dateien zu dieser Publikation

MD5: 612b45f94c9cb7067abc0b353df623f4
https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/handle/18452/15895/Dunya.pdf?sequence=1&isAllowed=y (2)
Mac: /Users/Humus-Research/Kompost Dünger Edaphon Humus/Dünger
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 Sadif Dunya


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